Finde mehr Mut in Deinem Leben und werde glücklicher

Schilfrohr im Winter. Die Halme im Vordergrund verhindern etwas den Blick nach hinten. Sie müssen überwunden werden. Mehr Mut, um weiter zu kommen.

Fünf Übungen, wie Du mehr Mut findest und glücklicher wirst

von Reiner Müller

 

Mut ist mehr als das Gegenteil von Angst. Mut ist eine wichtige Fähigkeit, gesund durch den Alltag zu kommen und die Herausforderungen des Lebens zu bewältigen. Mut ist eine Voraussetzung, um den stetigen Veränderungen des Lebens gewachsen zu sein und nicht stehen zu bleiben. Stillstand kann zu Ängsten, Sorgen und Depressionen führen.

Manchmal hast Du vielleicht das Gefühl, ängstlich zu sein. Vielleicht von Deiner Angst überrollt zu werden. Die Angst vor der Angst hindert Dich daran, Dinge zu tun. Du spürst Blockierungen und wünschst Dir mehr Mut und Tatendrang. Doch Dir fehlt das Selbstbewusstsein und die innere Stärke. Und der erste Schritt.

Mit einigen Übungen kannst Du neuen Mut finden, Deine eigene Kraft spüren und mehr Selbstvertrauen erwerben.

Blockaden hindern uns daran, unseren Mut zu vergrößern und neue Dinge auszuprobieren. Sorgen, Ängste und Belastungen halten uns zurück, glücklich zu sein und aus unserem Gedankenkarussell auszubrechen.

Es gibt Dinge, die Dich stressen? Situationen, die Du vermeidest, weil Du Angst vor ihnen hast? Oder einfach nur Angst, es könnte etwas Unerwartetes passieren?

Das Leben ist voller Überraschungen. Das Leben ist beständige Veränderung. Nichts bleibt so, wie es ist. Alles ist im Fluss. Stillstand ist das Gegenteil von Veränderung. Vermeintlich spüren wir Sicherheit, wenn alles so bleibt wie es ist. Doch diese Sicherheit ist trügerisch. Sie hilft uns nicht bei unerwarteten Dingen. Wir sind dann vielleicht überfordert. Mit kleinen Schritten können wir unsere Komfortzone erweitern und uns auf Überraschungen freuen.

Dein Ziel ist es, Freiheit zu spüren?! Ruhiger und gelassener zu werden? Du möchtest Deine innere Stärke erkennen und Deine eigene Kraft wieder spüren? Selbstbewusster werden und Dich selbst lieben?

Das ist möglich. Mit Übungen, die Du regelmäßig machst, kannst Du Deinen Radius erweitern sowie Ängste und Sorgen über Bord werfen.

 

Fünf Übungen für mehr Mut

1. Verlasse Deine Opferrolle und werde aktiv

Mache nicht das Leben, die Umstände und andere Menschen für Dein Leben verantwortlich. Werde erwachsen und übernimm die Verantwortung für Dein Leben. Stehe zu Deinen Taten, zu Deinen Handlungen und Überzeugungen und sei offen für die Ansichten von anderen Menschen.

Verändere Dein Leben und werde mutiger, indem Du anfängst zu tun. Verlasse Deine Opferrolle und werde zur handelnden Person in Deinem Leben.

2. Rede mit anderen Menschen

Sprich mit anderen Personen, um Dir Deine Ängste von der Seele zu reden. Suche Dir Menschen, die Dich dabei nicht  herunterziehen und Dich in Deinen Ängsten bestätigen. Auch wenn sich dies am Anfang vielleicht gut anfühlt, hilft es nicht wirklich. Suche Dir als Gesprächspartner solche Menschen, die Dir zuhören, Dich annehmen, so, wie Du bist. Menschen, die stabil und erfolgreich in ihrem Leben sind.

Dies können professionelle Helfer bei einer Telefonhotline oder in einer Beratungsstelle sein. Wenn Du über Deine Themen redest, bringt Dir dies eine Erleichterung.

3. Erinnere Dich an Deine Erfolge

Mache Deine Erfolge groß und erzähle sie Dir. Schreibe Deine Erfolge auf, mache eine Liste. Diese wird im Laufe der Zeit immer länger, denn Dir werden zu Beginn vielleicht nur wenige Sachen einfallen. Diese Erfolgsliste kannst Du Dir zum Beispiel an den Spiegel in Dein Badezimmer oder über Deinen Schreibtisch hängen. So wirst Du regelmäßig an Deine Erfolge erinnert.

Oder Du machst ein Ritual daraus, jeden Abend vor dem Einschlafen, Dir fünf Deiner Erfolge zu erzählen.

 

Du meinst, Du hättest keine Erfolge in Deinem Leben erreicht? Wie wäre es mit diesen Erfolgen:

- Du hast laufen gelernt,

- Du kannst Fahrrad fahren,

- Du hast lesen und schreiben gelernt,

- Du hast Deinen Schulabschluss gemacht,

- Du hast schwimmen gelernt,

- Du hast den Führerschein gemacht,

- Du hast eine wichtige Prüfung bestanden oder

- Du hast einen Menschen kennen und lieben gelernt, der eine wichtige Rolle in Deinem Leben spielt.

Dies sind nur Beispiele, Dir fallen sicher noch viele weitere aus Deinem Leben ein. Situationen, in denen Du tapfer gewesen bist. Zum Beispiel beim Zahnarzt, als Du ins kalte Wasser gesprungen bist oder einen Menschen angesprochen hast, den Du bewunderst.

Feiere Deine Erfolge, denn es sind Deine Erfolge und erinnere Dich täglich an sie.

4. Verlasse regelmäßig Deine Komfortzone

Grenzen hindern uns daran, bestimmte Dinge zu tun. Wir machen sie nicht, vielleicht, weil wir sie noch nie getan haben. Oder weil wir befürchten, unser Handeln könnte negative Konsequenzen für uns oder andere haben. Diese Ängste sind positiv, wenn sie uns vor gefährlichen Situationen schützen.

Die gesellschaftliche Wahrnehmung von einstigen „in Stein gemeißelten Wahrheiten“ hat sich im Laufe der Zeit verändert. Glaubenssätze und Gewohnheiten, die noch vor 50 oder 100 Jahren verpönt waren zum Beispiel: das Wahlrecht für Frauen oder die gleichgeschlechtliche Ehe.

Doch nicht immer musst Du mit Deinem Verhalten gleich eine Revolution anzetteln. Schon tägliche kleine Schritte helfen Dir dabei, Deine Ängste zu verringern und mehr Mut zu bekommen.

Gewohnheiten haben die gute Eigenschaft, dass wir Dinge schneller tun können. Veränderung führt dazu, dass wir lernen und unseren Horizont erweitern.

 

Hier ein paar Möglichkeiten, um Deine Grenzen auszudehnen:

Ändere Deinen Arbeitsweg.

Nimm auf dem Weg zur Arbeit immer mal eine andere Route oder ein anderes Verkehrsmittel. So nimmst Du Dich und Deine Umgebung anders wahr und lernst Deinen Wohnort und Arbeitsort neu kennen.

Wechsel Deine Hand.

Putze Dir mal mit der anderen Hand die Zähne. Oder wechsle bei anderen Tätigkeiten Deine bevorzugte Hand. Dies führt zu neuen Verknüpfungen im Gehirn. Linke und rechte Gehirnhälfte werden miteinander in Verbindung gebracht.

Sprich Dir unbekannte Menschen an.

Dies geht ganz einfach. Zum Beispiel, wenn Du im Supermarkt an der Kasse stehst. Der Vorteil: alle warten und können nicht wegrennen. Und wenn es nicht so gut lief, ist in ein paar Momenten alles wieder vergessen.

Stell ein paar Fragen zu den Einkäufen, weise andere vielleicht auf ein Sonderangebot hin oder sag etwas über Dich, wie zum Beispiel: „Hier gehe ich gerne einkaufen, weil ich nur hier so leckeren Käse und frisches Gemüse bekomme.“ Werde nicht zu persönlich in Deinen Fragen oder jammere nicht darüber, dass irgendetwas nicht vollkommen ist. Es geht nicht um Vollkommenheit. Es geht darum, Deine Grenzen zu erweitern.

5. Probiere neue Dinge aus

Mach etwas, was Du noch nie getan hast.

Stell Dir den Wecker auf fünf Uhr und gehöre um 6 Uhr zu den ersten im Schwimmbad. Freue Dich darauf, das Wasser fast für Dich alleine zu haben, wenn Du Deine Bahnen im Schwimmbad ziehst.

Du kannst interessante Menschen kennenlernen oder Dich einfach freuen, wenn Du um 7 Uhr aus dem Wasser steigst, dass Du schon etwas für Deine Fitness und Dein Wohlbefinden getan hast. Du wirst überrascht sein, mit welch neuer Energie Du in diesen Tag startest.

Fahre in ein Land in den Urlaub, dessen Sprache Du nicht sprichst.

Gerade im Urlaub gibt es viele Möglichkeiten, um neue Sachen auszuprobieren und kennenzulernen. Du kannst etwas über andere Kulturen und Lebensweisen lernen, fremde Speisen kosten und neue Düfte riechen. Reisen in andere Länder erweitern unseren Horizont und bringen Überraschungen.

„Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben.“ ... und auch erzählen. Du kannst nach Deinem Urlaub Deinen Freunden, Bekannten und Kollegen von Deiner Reise und den Herausforderungen, die Du bewältigt hast, stolz erzählen.

 

Das Leben ist beständige Veränderung – Finde Deine innere Kraft und Stärke wieder

Mit diesen kleinen und größeren Übungen kannst Du Deine innere Stärke und Kraft wieder spüren. Mache diese Übungen jeden Tag. Übe regelmäßig, so wirst Du mehr Selbstvertrauen spüren und Dein Selbstbewusstsein wird steigen.

 

Ein Sprung ins kalte Wasser kostet oft zuerst Überwindung, doch hinterher sind wir stolz auf uns. Und das dürfen wir sein. Dieser Stolz hilft uns, unseren Mut immer mehr zu erweitern.

 

Text: Reiner Müller - © 2019/02

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